Straßenmusik nicht erwünscht

Wenn ich mir neue Städte zum Musizieren suche, dann treffe ich immer wieder auf Städte, wo Straßenmusik nicht erwünscht ist. Die Beamten im Ordnungsamt tun da nur ihre Pflicht und setzen Beschlüsse um, die sie selber nicht getroffen haben. Ich bilde mir ein, dass diese Haltung nicht an meiner Art von Musik liegt. Wenn alle Musiker so spielen würden wie ich (oder eben noch schöner) dann gäbe es vielleicht wenige Einwände gegen Straßenmusik. Trotzdem trifft einen die Ablehnung immer ein wenig persönlich, auch wenn sie nicht so formuliert ist (obwohl ich das auch schon erlebt habe).

Eine interessante Form der Ablehnung habe ich heute erlebt. Straßenmusik ist nicht verboten, aber vom Musiker wird eine „Kaution“ von 50 Euro verlangt, die in keinem Fall zurückbezahlt wird. Auf die Frage, ob denn viele Musiker auf diese Bedingung eingehen, meinte die Dame, nein und das sei auch der Sinn der Sache.

Ich verstehe schon, dass man sich gegen musikalisches Betteln wehren will. Nach meiner Überzeugung ist das aber der falsche Weg. Ein Bettler spielt einfach ohne Genehmigung. Man verhindert eigentlich nur, dass anständige Musik gemacht wird. Mir soll das egal sein, solange es genug Orte gibt, wo ordentliche Straßenmusik willkommen ist. Damit gibt es auch Gelegenheit, Menschen vom Wert schöner Musik in schöner Umgebung zu überzeugen. Oops, jetzt werde ich noch zum Missionar.

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2 Antworten zu Straßenmusik nicht erwünscht

  1. Hella schreibt:

    Wo ist der Unterschied zwischen Gewerbetreibenden und Bettlern? Beide werben, beide „sprechen“ die Leute an und die Werbung der Gewerbetreibenden erfüllt noch viel häufiger den Tatbestand aggressiver Bettelei als die der Bettler uns Straßenmusikanten – vom Klingelbeutel, den man Sonntags in der Kirche mitten im gebet unter die Nase gehalten bekommt, ganz zu schweigen!
    Der Unterschied ist nur: Die Bettler haben kein Geld um den Stadtrat zu schmieren …
    Eine derart verlogene Gesellschaft sollte untergehen – und das möglichst rasch.

    • 100canciones schreibt:

      Hallo Hella, für mich macht es schon einen Unterschied. Ich will kein Geld bekommen, weil jemand Mitleid hat oder weil mich jemand loswerden will. Mir ist es wichtig, dass sich die Leute über meine Musik freuen und dann freue ich mich auch über eine Anerkennung. Klar, die Grenzen bei der musikalischen Qualität sind fließend. Aber es gibt schon klare Grenzen was die Aufdringlichkeit angeht.

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