Herreninsel ganz anders

Bei meiner Einradtour am Chiemsee war ein Tag mit ungewissen Wetteraussichten „übrig“. Es schien mir naheliegend, diesen Tag der Herreninsel zu widmen. Natürlich wollte ich nicht das Schloss besichtigen sondern die Insel mit dem Einrand erobern.

Bei der Ankunft am Landungssteg wendet sich die Menge der Besucher direkt nach Süden, um zum Schloss Herrenchiemsee zu pilgern. Für mich geht der Weg in die andere Richtung und führt mich zur Nordspitze, wo eine kleine Kapelle die herankommenden Schiffe grüßt.

Von da weißt der Weg erst wieder nach Süden, wo man ein paar verirrte Touristen trifft, die natürlich zum Schloss wollen, aber den Schildern misstrauen.

Ich will möglichst das Ufer der Insel abradeln und werde mich nach Westen auf einen Feldweg. Nach kurzem komme ich zum Kanal, der das Schloss mit dem See verbindet. Der Kanal ist zugleich eine Sichtachse nach Prien, wo die Schiffe zur Insel starten.

Eine Steinbarriere trennt den Kanal vom See. Die wie leicht zu überqueren, wenn sie nicht durch die Exkremente der Enten vermient wäre. Nach diesem Hindernis und einem Blick auf das Schloss aus der Entfernung geht es durch den Wald zur Südseite der Insel. Auf dem ganzen Weg treffe ich keine Touristen, obwohl die Schiffe ziemliche Mengen davon anlanden.

An der Südwestspitze habe ich einen malerischen Rastplatz mit Blick auf den See und die Berge ganz für mich. Zeit für eine ausgedehnte Rast mit Stärkung und Musik.

Gerade habe ich mich ausgebreitet, als doch noch ein wanderlustiges Pärchen auftaucht.

Natürlich muss ich einen Abstecher zum Schloss machen. Von der Auffahrt aus soll es ein ordentliches Foto mit Fassade und Wasserspiel geben.

Weil ich als Einradfahrer die Hände frei habe, kann ich ja gleich im Fahren ein erstes Bild hochladen. Leider ist der lockere Kies tückisch und verdeckt Löcher, wo das Rad einsinkt und stecken bleibt. Mit dem Handy im Anschlag muss ich überraschend absteigen. Peinlich peinlich.

Nach der Pflichtrunde um das Schloss geht es zurück zum Ufer. Da wartet noch ein weiterer ruhiger Rastplatz auf mich. Diesmal kommen zwei Frauen mit ihren Kindern. Weil es hier flach ins Wasser geht, waten die Kinder in den See und Spielen mit dem Schlick eine Alien-Invasion nach.

Für mich fehlt jetzt nur noch ein kleines Stück zurück zum Landungsteg. Da trifft man wieder die anderen Touristen, die vermutlich eine ganz andere Insel kennengelernt haben als ich.

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Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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