Flaches Land an der Donau

Schon vor einer Weile habe ich mir vorgenommen, die Donau mit dem Einrad abzuradeln. Mittlerweile sind zwischen Weltenburg und Passau nur noch wenige Etappen offen. Eine der letzten war jetzt zwischen Osterhofen und Vilshofen. Tatsächlich ging es in die Gegenrichtung, weil ich einen Rat befolgt habe, nicht gegen den kräftigen Ostwind zu fahren. Sonne von vorn und Wind von hinten ist eine gute Kombination. Die Etappe habe ich in angenehmer Erinnerung. In weiten Teilen ist der Weg gut ausgebaut und führt durch ansprechende Aulandschaft.

Hier an der Donau habe ich auch schon anderes erlebt. Unschön war auf der Etappe davor ein Sandweg hinter dem Damm. Der Damm versperrt die Aussicht auf Fluss und Au. Alles was man sieht ist die typische Agrarwüste in dieser Gegend. Im Frühling taut der Frost im Damm und das Tauwasser weicht den Weg hinter dem Damm auf. Das macht keinen Spaß.

Diesmal war der Weg wirklich Gut und die Aussicht unverbaut. Spannend waren die Abschnitte abseits der offiziellen Route nahe am Ufer. So auch ein Bereich, der bezeichnender Weise „Winzer Lettn“ heißt. Das übersetzt man am Besten mit Schlamm oder Matsche. Da hätte ich nicht unbedingt hinfahren müssen. Aber die Aussicht war schön.

Kleiner Schwenk auf die Vogelperspektive:
Bei Vilshofen ist das Donautal relativ eng. Flussaufwärts weitet es sich aus zu einer Ebene, die sich Südlich der Donau bis hinauf nach Straubing ausdehnt. Eine weite Fläche bestes Ackerland. Dafür ist der Ausdruck „am flachen Land“ mehr als passend. Mittendrin so „aufregende“ Orte wie Osterhofen oder Plattling. In dieser Gegend fand ich diesen Wegweiser bezeichnend.

Ruckasing und Polkasing. Was will uns das sagen? „Hier steppt der Bär. Hier singt man beide Arten von Musik.“ Diesem Klischee konnte ich einfach nicht widerstehen.

Dabei ist diese Gegend eine uralte Kulturlandschaft. Immer wieder kamen Menschen mit ihren kulturellen Errungenschaften auf ihrem Weg entlang der Donau hier vorbei und ließen sich nieder. Das mag vielleicht mit der Harmlosigkeit dieser Landschaft zusammenhängen, sicher aber mit ihrem fruchtbaren Boden. Eine Vielzahl von Funden belegt diesen Ausbreitungsweg.

Ob man auch behaupten kann, dass sich die griechische Küche so verbreitet? Das würde jedenfalls zu meinen persönlichen Beobachtungen passen. Auf mehreren Etappen habe ich nur eine griechische Taverne als Einkehr gefunden, so auch dieses Mal. Dort war das ganze Dorf versammelt.

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Eine Antwort zu Flaches Land an der Donau

  1. karfunkelfee schreibt:

    Zwar radele ich auf zwei, nicht auf einem Rad (Respekt!), doch die Tücken aufgeweichter Sandwege kenne auch ich. Die Aussicht lockt und auch die Orte mit den -lings am Ende in, gibt es dort zu finden und etwa auch Kleinstkirchen mit pittoresken Zwiebeltürmchen anders als auf einer griechischen Vorspeisenplatte mit schmackhaften in Reis gerollten Weinblättern? Ich mag es, mit den griechischen Leuten zu speisen, sie machen jedes Essen zu einem Fest, an dem das Zusammensein und Begegnung gefeiert wird.
    Frohe Ostern und liebe Grüße,
    Amélie

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