Indoor-Kirchweih mit der Pianolady

Es war schon abzusehen, dass in diesem heißen und trockenen Sommer ausgerechnet das Eröffnungswochenende der Jakober Kirchweih verregnet sein würde. Deshalb musste das Fest aber nicht ausfallen. Es wurde einfach in der Kirche gefeiert. Über Mittag war noch eine Bigband im Altarraum am Start. Den Nachmittag von 2 bis 6 teilten sich dann die Pianolady und ich.

In abwechselnden Sets gab es Klaviermusik und Gitarrenmusik jeweils mit dem passenden Gesang. Die junge Lady hat ihr Programm aus Soul, Folk, Pop und Jazz-Standards zusammen gestellt und liefert es in sanfter Bar-Stimmung ab. Sowohl das Klavierspiel als auch ihre Stimme sorgen für Volumen und Tiefgang. Ihre Lieder sind alle englischsprachig, darunter auch einige, die mir am Herzen liegen. Meine Stücke aus Südamerika und Italien sind dazu ein deutlicher Kontrast.

Der Kirchenraum hat eine typische Akustik und bringt eine eigene Stimmung mit sich, auch wenn an dem Wochenende ein anderes Treiben herrschte, als es sonst wohl üblich ist. Es wurde immer wieder geklatscht (was meines Wissens in Kirchen eher selten ist), aber Abrocken schiene mir dann doch unangebracht. Ich empfand es eher als Kaffeehaus-Atmosphäre. Die Musik der Pianolady hat da gut gepasst. Meine Sachen habe ich auch eher sanft interpretiert, wie mir das eben passend erschien.

Als wir schon am Abbauen waren, kam draußen doch noch die Sonne raus und die Barbetreiberin bat um eine Verlängerung im Freien. Wegen Regens war die Band für den Abend abgesagt. Eine Stunde wollte ich dranhängen. Dann wurden es doch zwei, weil ich noch Sachen in der Kirche gelassen hatte, dort aber mittlerweile eine Andacht stattfand. So musste ich ohnehin warten und hatte damit genug Zeit ein paar rockigere Stücke auszupacken, die ich in der Kirche nicht hatte spielen mögen. Ein Schlussspurt sozusagen. Danach war ich wirklich knülle.

Nach einer Übernachtung im benachbarten Pilger-Hotel war ich schon am Vormittag auf der Matte. So konnte ich mir ein Weißwurstfrühstück gönnen und dazu die Jazz- Bigband hören. Mit 20 Bläsern haben die einen ordentlichen Schalldruck und sind trotz Zurückhaltung in der Kirche sehr präsent.

Wenig später schneite ein Blumenwesen auf Stelzen herein. Der Reifrock ist eine Mischung aus Hagebutte und schwingender Glocke. Mit ihren sanften Bewegungen verströmte sie einen Zauber, der sich noch steigerte, als sie Seifenblasen versprühte.

Am Nachmittag waren die Pianolady und ich wieder abwechselnd im Einsatz. Zwischendrin versiegte draußen der Regen und ich konnte ein Set bei der Bar abliefern. Dann war der Lichtblick schon wieder vorbei. Da half auch ein Tänzchen der Blume auf Stelzen mit dem Herrn vom Grill nicht.

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Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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