Hesperidengarten

Durch Mundpropaganda hatte ich kurzfristig die Einladung erhalten, bei einer Geburtstagsfeier zu musizieren. Die Feier fand im Hesperidengarten in der Nähe von Regensburg statt. Eine ehemalige Gärtnerei ist da zu einer „Event Location“ umgestaltet.

Weil der Garten richtig auf dem Land liegt, geht die Anfahrt den letzten Kilometer über eine schmale Sandstraße. Vom schattigen Parkplatz führt der Eingang zu einem verwunschenen Garten. Dahinter liegen dann die Bereiche für Feierlichkeiten.

An Tischen unter den Obstbäumen ließen die letzten Gäste der Hochzeit von Vorabend ihre Feier aus klingen. Parallel trafen die Geburtstagsgäste bei einem kleine Pavillon ein. Für das Festmahl war unter einer großzügigen Pergola gedeckt. Von hier und der angrenzenden Wiese schweift der Blick über das Hügelland.

Weil die Pergola keinen echten Regenschutz bietet, mussten die Gäste nach dem ersten Gang ins Gewächshaus ausweichen.

Nach sanften Klängen der unverstärkten Gitarre beim Sektempfang folgte leichte Latin Musik in der Pergola. Im Freien kann sich die Musik frei entfalten und in alle Richtungen entschwinden. Im Gewächshaus ist die Akustik problematisch. Die aufgehängten Bahnen geben Sonnenschutz aber mildern den Hall nur wenig. Bei der Unterhaltung entsteht ein Lärmpegel, der nicht mit satter Musik verstärkt werden muss. Die Pause zwischen den Gängen war der richtige Zeitpunkt, die Gäste zum Mitsingen zu animieren. Danach war es genug mit Musik im Gewächshaus.

Mit dem Hauptgang war die Sonne zurückgekehrt. Jetzt war der Nachmittag schon fortgeschritten und die Gäste verteilten sich auf dem Gelände, wo es immer wieder Sitzgelegenheiten für kleine Grüppchen gibt. Von meinen Platz unter der Pergola verteilte sich der Klang meiner Musik über die Wiese.

Am frühen Abend war schon ein großer Teil der Gäste aufgebrochen. Auch für mich war es an der Zeit.

In dem jetzt kleineren Kreis wollten zwei Neffen im jugendlichen Alter etwas mit ihrem Geigen zum Besten geben. Aus der Entfernung habe ich das so halt mitbekommen. Sie starteten mit einer wackeligen Version von alle meine Entchen. Der Vortrag war in Episoden eingeteilt. Als nächstes brachten sie eine Version mit barocken Ornamenten vielleicht im Stil von Händel. So arbeiteten sich die beiden durch ihre eigene musikalische Entwicklung und durch Stationen der Musikgeschichte. Schön fand ich die Ragtime Version am Ende. Mit dem Anfang hatten sie mich aufs Glatteis geführt.

Über 100canciones

Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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