Altmühl Etappe 1

Mit dem Zug ist Kelheim nicht zu erreichen. Darum starte ich in Saal an der Donau. Bis zur Mündung der Altmühl sind das ca. 5 Km zusätzlich. Sobald man an der Donau ist, hat man einen gut ausgebauten Radlweg, immer nah am Wasser, gelegentlich schattig.

An einem Feiertag bei schönem Wetter sind hier richtig viele Radler unterwegs. Zum Glück sind alle gut gelaunt und grüßen freundlich. Für einen Einradfahrer haben sie oft anerkennende Worte oder einen kleinen Scherz auf Lager, etwa: „Ich glaube du hast ein Rad verloren“.

Weil Einradfahrer eben doch anstrengend ist und meine Knie nicht so viel aushalten, raste ich wieder auf einer schattigen Bank, wo ein älterer Herr schon eine ganze Weile auf den Rest seiner Rentner-Gang wartet. Mit seinem E-Bike hat er wohl zu viel Gas gegeben. Als die anderen eintreffen, wird mir klar, dass sie alle mit elektrischer Unterstützung fahren. Wie vermutet, müssen sie alle kurz später halten, um Schloss Prunn zu bewundern. Eine gute Gelegenheit für ein Selfie mit ein paar von den E-Bike-Rockern.
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In Riedenburg angekommen bin ich schon etwas durchgekaut und froh, ein Zimmer am Marktplatz zu finden. Nach der Dusche ist noch Zeit für etwas Gitarrenmusik am Platz. Obwohl ich Abstand halte und nicht viel los ist, kommen heute her, um zuzuhören, so auch Kerstin, die selber Singer-Songwriter-Sachen spielt und auch in Kneipen aufgetreten ist.
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Erstaunlich finde ich, dass hier Leute mit dem Auto anhalten und das Fenster runterlassen, um zuzuhören. So auch Wolfgang, der selber musiziert und später nochmal mit einem Freund herkommen will, um gemeinsam Musik zu machen.

Nach einem ausgezeichneten Essen spiele ich noch eine Runde. Jetzt kommen mehr Leute mit Geld zu mir. Dann trinke ich halt später ein Bier auf die Spender. Eine Zuhörerin mag gern spanische Texte hören, weil sie es selber fließend spricht. Bin etwas verunsichert, sie hat aber nicht groß was auszusetzen.

Als ich mein Musik-Bier bestellt habe, taucht Wolfgang tatsächlich mit seinem Freund auf. Fabrizio spielt in München professionell Mundharmonika, so richtig mit Konzerten und klassischer Musik. An dem Abend greift er Melodien auf und Improvisiert.
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Die Wirtin meint, dass sie bald zusperren muss. Wir gehen trotzdem noch auf ein paar Stücke in die Gaststube.
Wolfgang animiert die übrigen Gäste. So wird es ein lustiger Abend. Nach ein paar Sachen aus meinem Repertoir, die sich zur Improvisation eignen, gibt es altes Liedgut und schließlich Italo-Hits. Die Wirtin hat ihnen Vorsatz längst vergessen. Fabrizios Sohn pocht auf den Jugendschutz, er will heim. So findet der Abend doch ein Ende. Das Hutgeld von vorhin reicht für die Getränke der Musiker. Danach kommt noch die eine oder andere Einladung.
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Der Abend war sicher das musikalische Highlight meiner Tour. Wäre schön, wenn es ein Wiedersehen gibt.

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Über 100canciones

Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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