Open AIR Tango in Ingolstadt kontrovers

Den Open-Air-Tango in Ingolstadt fand ich sehr schön. Zur moralischen Unterstützung hatte ich einen Kollegen dabei. Zu meiner Überraschung traf ich dort den Fotografen Ernst, der auf seinen Foto-Ausflügen immer wieder mal schaut, wo er mich treffen kann. So kam es schon zu verschiedenen schönen Erlebnissen. Meine Pläne hier zu veröffentlichen, hat also schon seinen Sinn.

Für eine junge Tango-Szene und einen Mittwochabend waren in Ingolstadt recht viele Tänzer da,  und das ungewöhnlich früh. Ein echter Tango-Tänzer geht eigentlich nicht vor 22:00 aus dem Haus. Da wäre diese Veranstaltung schon wieder zu Ende gewesen.

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Foto: Ernst Bokkelkamp

Die Kontroverse aus dem Titel ist ironisch gemeint, aber nicht ganz ohne Anlass. Der erste Punkt war die Begegnung mit einem Lokalredakteur, der auch einen Artikel über diesen Abend verfasst hat. Er hielt mich wohl wegen meines Outfits für einen Argentinier und wollte sich auf Spanisch mit mir unterhalten. Da das nicht möglich war, hätte er trotzdem gerne mit mir über argentinische Politik gesprochen. Er selbst bezeichnete sich als Kirchnerist, was wohl auch sein blaues Halstuch erklären könnte. Leider bin ich da wieder der Falsche. Für mich hat Tango nichts mit Politik zu tun. Das mag in der Geschichte schon mal anders gewesen sein. Kurz danach habe ich meine beiden Caceres-Stücke zum Besten gegeben. Die sind nun eher schon politisch und liegen nach meinem Verständnis eher nicht auf der Linie der Familie Kirchner. Aber was verstehe ich schon davon?

Genau nach diesen beiden Stücken bedankte sich ein Tänzer ganz überschwänglich bei mir, weil er endlich auf modernere Musik tanzen durfte. Sabine an den Plattentellern musste darüber schmunzeln. Sie macht sich echt Gedanken darüber, was sie den Tänzern auflegt und kennt die Vorlieben der jeweils anwesenden. Allen zugleich kann man es aber nie recht machen. Ihr Herz gehört den Tangos der 20er. Damals war die Musik noch frech und ungestüm. Bei der Abfolge achtet sie auf klare Strukturen mit Tandas und Cortinas, damit die Tänzer sich besser einstellen können. Das sind Dinge, die ich mir erst noch zurecht legen muss. Bis jetzt geht es bei mir mit den Stilen und Gattungen recht gemischt zu, mit einem klaren Hang zu Milonga und Candombe, weil da auch die Gitarre gut rüber kommt.

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Foto: Ernst Bokkelkamp

Der Abend als Ganzes war prima. Meine Musik hat sogar ein paar Tango-fremde auf die Tanzfläche gelockt. Was will man mehr? Das kann man schon mal wiederholen.

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