Schlafen auf dem Beherbergungsschiff

Kleine Unterschiede im Sprachgebrauch deuten immer noch auf die sozialistische Vergangenheit im Osten hin. So heißt der Feiertag vor Pfingsten nicht Christihimmelfahrt oder Vatertag, sondern Männertag. Genutzt wird er wie überall für Ausflüge oder einen Kurzurlaub.

In Dresden ist an einem solchen Wochenende nicht leicht ein günstiges Zimmer zu finden. So ist ein Teil unserer Band auf dem Beherbergungsschiff gelandet. Das ist nicht besonders komfortabel, aber hat Atmosphäre. Die Kajüten sind winzig. Es gibt Gemeinschaftsduschen und -WC. Das Schiff liegt auf einem Seitenarm der Elbe im Altwasser und ist dort an einem Pfeiler fest verankert. Bei normalem Wasserstand gibt es keine Schaukelei. Bei Hochwasser mag das anders sein.
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Gleich neben der Marienbrücke liegt das Schiff in eben noch fußläufiger Entfernung zu Altstadt und Neustadt.
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Oft wird ein Ausblick von oben über die Stadt als schön empfunden. Bei meiner Kajüte ging der Blick direkt hinaus auf die Wasseroberfläche, das ist auch schön, und welches Hotel kann das schon bieten. Der Wasserspiegel wäre etwa auf Hüfthöhe.
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Die Wände der Kajüte sind dünn. So bekommt man auch einiges mit vom Leben an Bord, besonders wenn die Kajüte unter dem Eingang und direkt neben der Gemeinschaftsdusche liegt. Wer es also gesellig mag, …

Charakteristisch für die besondere Atmosphäre des Schiffes ist das Fenster vom Duschraum.
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Im Frühstücksraum sieht man erstaunlich viele Wanderschuhe. Eigentlich scheint ja Wandern und Schiff nicht so gut zu passen, aber Wandern und Herberge schon eher. Interessant eigentlich, warum bei den Wanderfreunden nach wie vor Karomuster so hoch im Kurs stehen? Wegen möglicher Flecken wären andere Muster viel diskreter. Es mag wohl eher nostalgische Gründe haben. Zu Zeiten der Großeltern waren gewebte Karostoffe besser zu waschen als bedruckte Stoffe. Beim Wandern entstehen ja leicht mal Schweißflecken. Da hat man schon immer gerne gekocht. Heute erinnern uns Karomuster an die gute alte Zeit, als Waschen mühsam und gefährlich war.

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Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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5 Antworten zu Schlafen auf dem Beherbergungsschiff

  1. Arabella schreibt:

    Schlimm fände ich, wenn sich auch noch meine Sprache an den „Westen“ anpassen müsste!

  2. Jea N Nette schreibt:

    ich könnte hier noch einige Bilder beisteuern.

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