Musikalisches Gedränge am Augsburger Stadtmarkt

Der Sonntag in Augsburg war viel sonniger als vorhergesagt, aber es blieb frisch. Da war warme Wäsche schon sehr angenehm. Bisher war ich gewohnt, als Einziger auf dem Markt zu spielen. Eigentlich hätte ich mir denken können, das es diesmal mehr Musik gibt. Ganz in der Nähe war ein DJ postiert, der seinen Biergarten mit deutschem Schlager beschallte. Der war natürlich schwer ausgerüstet und konnte mich leicht an die Wand spielen. Von meinem Auftritt hatte er bisher nichts gewusst. Zuerst versuchten wir uns abzuwechseln. Die Ecke, für die ich eigentlich spielen sollte, lag vom DJ aus im Windschatten. Daher bat ich ihn um etwas Mäßigung, damit wir doch gleichzeitig spielen könnten. Das hat im Grunde auch funktioniert. Einzig ein Gemüsestand musste unter Doppelbeschallung leiden.

Schön für mich war der Besuch von Cornelia von Tango Azul, die erst vor Kurzem wieder das tolle Tango Festival im Kurhaus von Göggingen veranstaltet haben. Tolle Band, tolle Location, dringende Empfehlung für alle Tango-Liebhaber.

Cornelia war mit einen Tanzpartner zum Stadtmarkt gekommen. Zusammen legten sie ein paar Offroad Tangos auf das Pflaster, während ich meine Lieblings Tangos schmetterte. Es mag an meiner Begeisterung
oder an der Konkurrenz zum DJ gelegen haben. Jedenfalls muss ich nach dem Kratzen im Hals zu urteilen lauter gesungen haben als sonst üblich und brauchte danach eine Ölung.

An dem Nachmittag gab es viele Besucher in Tracht, weil gerade der Plärrer zu Ende geht. So war auch ein Trupp lustiger Frauen an einem der Tische im Dirndl unterwegs. Gerade hatte ich ein paar italienische Lieder gesungen, da fragte eine der Frauen nach „Marina“, weil ihre Freundin am Tisch auch so heißt. Jetzt konnte ich mal einen Wunsch erfüllen. Allerdings wurden die Damen unruhig, weil zu der bekannten Melodie der Text auf sich warten ließ. Als nach dem Break die Tango- Version von Marina kam, waren sie voll dabei und sangen kräftig mit. Später erfuhr ich, dass Marina tatsächlich Italienerin ist und zwei der Frauen Musiklehrerinnen. Da darf ich mir auf ein Lob gleich ein Bisschen was einbilden.

Am Abend stellte ich beim Gang
über den Markt fest, dass auch noch ein Alleinunterhalter zu Gange war, genau wie man sich das vorstellt, mit einem Keyboard, das alles alleine spielt. Natürlich hatte der auch sein Publikum, und vermutlich die meisten Phon pro Zuhörer. In unseren Zeiten des steigenden Umweltbewußtseins sollte man auch über die Kennzeichnung der Energieeffizienz bei Musikern nachdenken.

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Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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