Übungsplan – Wer nicht lesen kann, muss üben

Ich kann mich noch gut erinnern, wie auf einem Geburtstagsfest ein Zuhörer sagte, er würde sich auch gerne hinsetzen und mal eben stundenlang Lieder runter spielen. Tja, „mal eben“ kann ich das auch nicht. Da muss man die Lieder auswendig lernen und laufend üben. Wenn man keine Noten lesen und nicht vom Blatt spielen kann, dann bleibt einem auch nichts anderes übrig.

Wenn der Stoff dann sitzt, wirkt es nachher ganz leicht. Man kann, wenn man dran denkt, ins Publikum lächeln und aus Eitelkeit auf eine Brille verzichten. Nur muss man halt regelmäßig üben, damit man nichts vergisst.

In letzter Zeit habe ich viel Zeit mit meinen „Kompositionen“ verbracht. Da verliert man leicht den alten Stoff aus den Augen. Jetzt merke ich, dass ich mich wieder ran halten muss, wenn nichts verloren gehen soll. Dafür habe ich ja meinen Übungsplan. Da stehen alle Lieder drauf, und ich mach meine Kreuzchen. Dann weiß ich, was ich lange nicht geübt habe. Das ist nicht so cool und lässig, aber muss ja außer euch keiner wissen. Außerdem macht Üben auch Spaß, wenn man den Fingern beim Spielen zuhören kann.

Zum Thema „harte Arbeit“ hier eine nette Aufnahme. Am Anfang hat es einen spröden Charme, wird aber dann richtig Klasse.

Über 100canciones

Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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4 Antworten zu Übungsplan – Wer nicht lesen kann, muss üben

  1. Marion schreibt:

    Danke für den Ausschnitt aus dem „Alltag eines Musikers“ so dass auch einem Nichtmusiker wie mir vorstellbar wird, was praktisch dazu gehört, damit es dann einfach mal locker vom Hocker schön klingt.

    Das Video ist so einfach wie charmant. Gefällt mir gut :).

    Gruß
    Marion

  2. Marion schreibt:

    Hallo Thomas,

    da ist mir noch was eingefallen… Rainhard Fendrich hat 1989 auf einem Konzert was gesagt… Habs grad nochmal her gesucht. Es betrifft das Texten.

    Ich werde oft in Interviews gefragt: Sagen sie wie ist denn das, wenn man so dichtet wie sie?
    Ein Dichter ist beneidenswert.
    Er hat ein schönes Leben.
    Er bleibt daheim und lebt vom Reim.
    Was würd man darum geben sich voll Genuss,
    am Musenkuss tagtäglich zu berauschen.
    Nur wenn er nachts nicht schlafen kann,
    will keiner mit ihm tauschen.

  3. Ja, das mit den Noten ist so eine Sache.
    Wir spielen hier nach Gehör und Geschmack ( Synästhesier macht’s möglich) und tun nur so, als ob wir Noten lesen würden. Beruhigt unsere Streichensemble-Chefs 😉

    Das mit dem Üben ist leider wirklich so. Aber einmal RICHTIG in Geist und Körper auch länger abrufbar als nur von Blatt!

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