Bürogeschichten: Telefonieren am stillen Örtchen

Die mobile Kommunikation ist allgegenwärtig. Sie macht es schwer, zwischen Beruf und Privatleben zu trennen. Man will ja nichts versäumen. Da nimmt man das Mobiltelefon auch mal mit zu einer größeren Sitzung.

Früher gab es mal Telefonzellen, die einen beim Gespräch isolierten. Heute nimmt die Umgebung unfreiwillig am Telefonat teil, auch dort, wo man gerne ungestört wäre. Gestern dürfte ich 3 Stufen der Peinlichkeit miterleben.

Am Ort dhttps://i1.wp.com/www.macmania.at/wp-content/uploads/2012/01/iphone-toilet-300x264.jpeger Erleichterung klingelt es in der Kabine hinter mir. Oje, das ist ähnlich wie im Kino oder in der Besprechung.

Nach einigem Klingeln geht der Typ tatsächlich hin. Hier drinnen ist alles gekachelt, sehr hellhörig, jeder hört mit.

Schließlich kommt es, wie es kommen muss. Die automatische Spülung rauscht. Und aus der Kabine nebenan dringen eindeutige Geräusche. Da kann ich mir gut vorstellen, wie es aus dem Handy klingt: Wo bist du da eigentlich!?!

Nur ein Erlebnis war du noch eindrucksvoller: Ein Typ, der mit dem Telefon am Ohr zum Pinkeln geht.

Klarer Fall. Die moderne Telekommunikation erfordert neue Kompetenzen. Dazu gehören Konzentration, Multitasking und einhändiges Pinkeln. Zum Glück darf man am Klo nicht mehr rauchen. Sonst müsste man sich noch eine Hand wachsen lassen.

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Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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15 Antworten zu Bürogeschichten: Telefonieren am stillen Örtchen

  1. Marion schreibt:

    Oi, oi, oi… Ts, ts, ts… *leichtes Kopfschütteln*

    • 100canciones schreibt:

      Ja, mich hat es auch gewundert, ist aber kein Einzelfall (siehe Link auf dem Bild). Das ist sicher keine typisch männliche Erscheinung. Immerhin sind Frauen im Allgemeinen kommunikativer und neigen auch eher zu Multitasking. Würde gerne wissen, wie oft es auf der Damentoilette bimmelt.

      • Marion schreibt:

        Da ich mich Lebensumstände-halber seit bald 4 Jahren sehr selten auf öffentlichen Toiletten aufhalte, habe ich dergleichen überhaupt noch nicht erlebt.

        Ganz abgesehen davon gehe ich davon aus, dass Multitasking langsam ausgedient hat. Ich hoffe, die anderen bekommen das auch mit ;).

  2. stanzebla schreibt:

    Sie müssen halt immer unbedingt überall drangehen. Peinlich sowas.

    • Marion schreibt:

      Mir reicht es schon, wenn ich in Zug, S- oder U-Bahn Handy-telefonierender-Weise von einem mir völlig fremden Menschen persönliche Details mitbekomme, die er mir sonst nie erzählen würde. Ich halte mich für einen relativ offenen Menschen und ich neige auch dazu, lieber mit – für andere – unangenehmen Details rauszurücken, als oberflächlichen Small Talk zu halten, aber bisher hab ich eine natürliche Hemmschwelle gegenüber Telefonieren in der Bahn, wobei Persönliches ungewollt offen zur Sprache kommt. Aber vielleicht fehlt mir da auch einfach die Übung und vielleicht würde ich mich daran gewöhnen, wenn meine persönlichen Umstände es irgendwann mal erforderlich scheinen lassen würden, so zu handeln. Sag niemals nie… 😉

  3. stanzebla schreibt:

    Ich find das auch seltsam, aber mir wird auch immer wieder bescheinigt, dass ich aus dem 19. Jahrhundert sei. Hier schauen sie sich in der Bahn auch ihre Lieblingsserien auf dem Notebook an und das nervt schon irgendwie. Besonders merkwürdig fand ich einmal einen jungen Mann, der sich Videos auf dem Notebook ansah, während er ANDERE Musik per Ipod hörte und gleichzeitig SMS verschickte. Männer können wohl doch multitasking.

    • Marion schreibt:

      Das Video war in dem Fall vielleicht nicht viel mehr als ein Rauschen als gewohntes Hintergrundgeräusch und oben drüber wurde dann was anderes gemacht. Ich glaube, es ist einfach eine schlechte Angewohnheit, sich in der Aufmerksamkeit so aufzusplittern, obwohl ich ziemlich gut weiß, wie leicht man da reinrutschen kann.

  4. isis schreibt:

    Schmunzel…ja der Suchtfaktor ist gewaltig, ich wolte es auch nicht glauben; seitdem ich so ein Mistding habe, scheint es sich zu verselbstständigen und zugern mit mir verwachsen zu wollen – Eigenleben?? Sehr ungesund kann ich nur sagen……aber eine tolle technische Errungenschaft :mrgreen:
    LG Isis, Süchtige

  5. Herrlich, musste echt schmunzeln. Du schreibst mir aus dem Herzen ! Auf dem Klo würde mir das Mitanhören weniger auf die Nerven gehen. Aber wenn ich im Zug bin und mein Nachbar oder Nachbarin ihr ganzes Privatleben am Telefon darlegt. Da kriegt man dann mit dass sie gerade mit dem Freund Schluss gemacht hat, letzte Nacht abgestürzt ist und jetzt einen Kater hat….
    Ach und wie hygienisch, pinkeln und telefonieren 🙂
    LG Thee

    • 100canciones schreibt:

      Leider habe ich nicht mehr mitbekommen, wie anschließend das einhändige Händewaschen funktioniert. Vielleicht gab’s da auch nicht viel zu sehen 😉

      • Ich bin überzeugt, die süchtigen Handybenützer können auch das:-) Leider geht auf der Welt die echte Kommunikation verloren. Ich meine, den echten Dialog mit Tiefgang. Aber wie sagt man so schön: c’est la vie! Schönen Tag noch, LG aus der Schweiz, Thee

  6. BOWMORE Darkest schreibt:

    Ich befürchte, dass ohne Handy mit Dauer-SMS-Verkehr und ohne soziales Netzwerk keine richtige Kommunikation funktioniert. Das kann man bedauern. Selbst am Stammtisch liegt neben allem Krimskrams wie Zigaretten, Streichhölzer und Kartenspiel immer ein Handy neben dran. Und diese Kontrollblicke auf das Display, als wäre man schwerhörig.
    C.H.

  7. sf schreibt:

    Die Handymania funktioniert z.B. in China sehr schlecht.
    In den Provinzstädten gibt es oft nur Massenklos damit wird folgendes gemeint:
    50 Besucher (Männer) sind in Hockestellung über einer in den Boden eingelassenen Rinne.
    Der letzte in der Reihe der am nächsten an der Reissleine hockt, zieht dran, dann kommt das
    Wasser angeschossen.Aber wehe dem, der sein Hinterteil nicht schnell genug hoch bekommt, oder gar
    glaubt ein Bild mit seinem Handy zu machen oder mit dem Stuhlgang noch nicht fertig war der
    weis spätestens dann wie es beim nächsten mal klappen könnte.
    Ich habe mich gewundert warum sehr viele Kinder (2-6 Jahre) keine Windeln benötigen?(provinz xijang nähe Tadschikistan Die Hosen haben einen Herzförmigen Ausschnitt am Po!! Sparen macht eben erfinderisch.

    na ja wer einmal eine Reise tut

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