Volkslieder gegen Demenz

Bei einer Feier habe ich mich letztens mit einer Frau unterhalten, die schwer Demenzkranke pflegt. Sie hat erzählt, wie wenig ansprechbar ihre Patienten oft sind, und wie unglücklich, wenn sie sich manchmal noch ihre Lage bewusst machen können. Sie singt ihren Patienten gerne Volkslieder vor, die diese vielleicht aus ihrer Jugend kennen. Sie meint, dass sie dadurch oft noch Reaktionen beobachtet, wenn sonst nichts mehr ankommt. Für sie selbst wird die Arbeit dadurch auch freundlicher.

Darauf habe ich ihr von Wiebke Hoogklimmer erzählt, die ein Liederbuch für genau diesen Zweck herausgibt (http://www.volksliedsammlung.de). Sie hat das sehr begrüßt und bekräftigt, dass Volkslieder bestimmt die Lebensqualität der Patienten verbessern.

Freilich hat jede Region ihre eigenen Volkslieder. Da sollte ich mal erforschen, was unsere Mütter in ihrer Jugend so gesungen haben.

Über 100canciones

Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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5 Antworten zu Volkslieder gegen Demenz

  1. Elke Bitzer schreibt:

    In der Altenpflege ist es üblich die Angehörigen der alteren Menschen zu fragen, was diese in jüngeren Jahren an Speisen bevorzugt haben, welche Farben sie gerne mochten, welhe Musikrichtung etc. Die Erfolge geben den Pflege- bzw. Betreuungskräften recht.
    Musik ist ganz sicher eine der besten Methoden Menschen innerlich zu erreichen, egal ob gesund oder krank, ob alt oder jung.
    Viele Grüße
    Elke

  2. Wiebke Hoogklimmer schreibt:

    Ja, die Herkunft ist ganz wichtig! Meine Mutter kommt z.B. aus Ostpreußen, und eine Reihe von Liedersammlern haben gerade die Lieder aus Ostpreußen aufgeschrieben, um den Menschen, die durch die Flucht die Heimat verloren hatten, eine Möglichkeit zur gemeinsamen Erinnerung zu geben.
    Ich merke übrigens auch an den Statistiken zur Volksliedseite, daß eine Reihe von Rußland-Deutschen oder Exil-Amerikanern die Liedtexte suchen.

    Liebe Grüße
    Wiebke

  3. syntaxia schreibt:

    Vielleicht ist dann auch die Arbeit von Evelyne interessant, falls noch nicht bekannt?!
    http://filosofium.wordpress.com/category/dementia-poetry-2/

    ..empfiehlt Monika

  4. chaotiker schreibt:

    Das ganze ist als biographiearbeit in vielen Pflegebereichen bekannt und wichtig.
    Was ich mich frage ist: gibt es in 20 Jahren in den Seniorenheimen dann Woodstock – Gedächtnis -Abende oder Hardrock vom Band, oder wird es bei den gleichen Heften bleiben, die in den letzten 20 Jahren aufgekommen sind?
    Ich glaube daran, dass die Zeiten sich ändern wird noch gearbeitet werden müssen…. The Times, they are a changier 😉

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