Was ruft die Straße?

Am Samstag haben wir uns nach längeren wieder zu einer Feuershow auf der Burg getroffen. Beim anschließenden Chillen kam die Rede auf die Straßenkunst-Tour, die C. letztes Jahr unternommen hatte. Mit einem Freund war er in dessen Campingbus über Österreich nach Kroatien unterwegs. Ohne festen Plan wollten sie schauen, wie weit man mit dem Hutgeld kommt. Dabei haben sie zwei wichtige Erkenntnisse gewonnen.

Auf ausreichende Einnahmen kommt man eigentlich nur, wenn man den richtigen Platz wählt und eine gute Show abliefert. Man muss rasch eine Menge Leute anziehen und über die ganze Show fesseln. Dazu muss man spektakulär sein und darf keine Pausen machen, wo die Spannung abreißt.

Mit dem Hutgeld kommt man nur zurecht, wenn man seine Ansprüche runterschraubt, also kein Geld für Übernachtung ausgibt und möglichst billig ißt.

Unter dem Strich ist das Zigeunerleben dann nicht ganz so lustig, wie man sich das wünscht. Man muss nach günstigen Auftrittsmöglichkeiten Ausschau halten. Manchmal muss man dafür auch planen und hat mit Behörden zu tun. Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, dann muss man sich ranhalten und darf nicht in den Tag hinein faulenzen.

Wenn man mal ohne Geld auskommen will, dann steht das schnell im Widerspruch zur Selbstachtung, die man braucht, um sich bei einem Auftritt darzustellen.

Der Ruf der Straße lautet vielleicht „Freiheit“. Mit Straßenkunst steht man trotzdem nicht außerhalb der Gesellschaft. Im Gegenteil nimmt man in der Gesellschaft eine eher wackelige Position ein.

Da fällt mir eine Begegnung mit einem Herrn ein, der mich fragte, ob ich gezwungen sei, Straßenmusik zu machen. Dass ich das nur als Hobby mache und nicht von dem wenigen Geld leben muss, hat ihn sichtlich erleichtert.

Über 100canciones

Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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