Wanderverein zum Kirchturm

Die Gegend, in der ich lebe, ist mit ihren sanft geschwungenen Hügeln und der gegliederten Kulturlandschaft recht schön. Gleich hinter Landshut beginnt schon die Hallertau mit den Hopfengärten. Keine schlechte Gegend für eine Wanderung.

Bewaffnet mit einer detaillierten Wanderkarte habe ich mich auf den Weg gemacht. Meine Route zieht sich über verschiedene Wald- und Feldwege hin. Auf der Karte ist alles schön markiert. Am Weg habe ich nur ganz selten ein Schild gesehen. Auf der Karte merkt man sich den markierten weg. Dann steht man an einer Abzweigung, an die man sich nicht erinnert. Also wieder die Karte raus. Sollte da vorhin schon ein Weg gekreuzt haben? Man trifft praktisch nie jemanden, den man Fragen könnte.

An einer solchen Stelle bin ich auf eine  Blockhütte mit einigen Leuten gestoßen. Es war tatsächlich das Vereinsheim vom örtlichen Wanderverein. Besser kann man es doch nicht treffen. Ich war mir eigentlich schon sicher, wo es lang geht. Aber sicher schadet es nicht, hier eine kleine Pause einzulegen und mal zu fragen.

Die Wanderfreunde waren natürlich alle mit dem Auto da. Schließlich liegt die Hütte 2 km außerhalb. Gleich der Erste, den ich fragte, fühlte sich für Wanderwege nicht zuständig, holte mir aber einen, der sich damit wirklich auskennt. Erst mal wollten mich alle wieder in die Richtung schicken, aus der ich gekommen war, oder zurück in den Ort. Der Chef-Wanderer erklärte mir dann, dass der Verein einen bestimmten Weg selber pflegt. Ansonsten hat man mit den Wegen hier in der Gegend wenig zu tun. Immerhin konnte er mir auf der Karte den Standort bestätigen und am Horizont deuten, wo ich ungefähr hin wollte.

Auf eine größere Hürde hat er mich leider nicht hingewiesen. Mein Weg sollte die Bundesstraße kreuzen. An dieser Stelle endete mein weg im Nichts. Von der Bundesstraße war nichts zu sehen und kaum etwas zu hören. Die Straße war vom Erdboden verschluckt, jedenfalls so gut wie.

Die Bundesstraße war in den letzten Jahren kräftig ausgebaut worden. 200 Meter war sie 20 Meter tief in einen Hügel eingegraben. Beeindruckend, wie die Böschung den Lärm abhält. Sie hält aber auch den Wanderer ab, wenn er nicht gerade am Hosenboden runter rutschen will.

Fazit: beim Wandern ist es nicht schlecht, wenn man immer den Kirchturm im Blick behält.

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