Donauwörth, 16. Mai 2012

Die Hauptachse in der Altstadt von Donauwörth ist die verkehrsreiche Reichsstraße, die auch am Münster vorbei führt. Der Wochenmarkt ist ein kleiner Viktualienmarkt, der in einer hübschen Seitengasse abgehalten wird.

Heute Nacht hat es in höheren Lagen geschneit. Am Vormittag ist es kalt und nieselt die meiste Zeit. Die Leute sind recht zugeknöpft. Und die Einheimischen sind richtige Schwaben. Es hat fast eine Stunde gedauert, bis ich eine erste Spende bekommen habe. Aus den Erfahrungen von gestern hatte ich meine Erwartungen schon arg herunter geschraubt. Aber so schwache Resonanz hatte ich nicht befürchtet. Einige Leute haben sich schon für meine Musik erwärmt und zwei Schwätzchen sind auch zustande gekommen. Die meisten sind aber ernst Vorbei gelaufen, als ob sie schon für ein Lächeln bezahlen müssten. Der Eierfrau gegenüber hat es gefallen. Ihre Finger waren so kalt, dass sie die Eier schlecht greifen konnte, aber meine Musik hat ihr Herz erwärmt.

Gegen den Regen habe ich mich unter das Vordach einer Boutique gestellt. Zum Markt- Schluss hat mich die Chefin auf einen Kaffee eingeladen. Sie bezweifelt, dass Donauwörth ein guter Platz für Straßenmusik ist. Nach dem Markt sind praktisch keine Leute mehr unterwegs. Die meisten Leute sehe ich noch mittags beim Münster, weil sie beim Metzger gegenüber einen Imbiss nehmen. Ich nutze die ungünstigen Verhältnisse mit dem Straßenlärm, um noch ein paar laute Lieder zu schmettern, die ich der engen Marktgasse nicht zumuten wollte.

Auf dem Rückweg halte ich noch ein längeres Schwätzchen mit dem Käseverkäufer am Markt, der gerade einpackt. Er meint auch, dass man recht lang braucht, um zur Bevölkerung Zugang zu finden. Er kommt aus Sonthofen und braucht 2 Stunden nach Donauwörth (http://www.bauerkas.de). Der Markt beginnt um 7 Uhr. Das heißt, er muss um 4 Uhr aufstehen. Zum Abschied schenkt er mir noch ein Stück lange gereiften Bergkäse – wirklich lecker.

Die kleine Tour durch das Schwabenlände gibt mir einen neuen Blick auf meine Niederbayern, die wohl doch viel aufgeschlossener sind, als man oft sagt.

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Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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