Günzburg, 15. Mai 2012

Gewitter über Günzburg

Günzburg ist ein romantisches Städtchen mit einem historischen Marktplatz und hübschen Gässchen. Aber der typische Schwabe scheint eher zurückhaltend und in jedem Fall sparsam. Einer der Ureinwohner hat mir das in der Regenpause im Unterstand bestätigt. Woran erkennt man ein schwäbisches Schiff auf hoher See? Es fliegen keine Möwen nach, weil die Schwaben nichts wegwerfen.

Trotzdem hatte ich ein paar nette Begegnungen. Zum Beispiel ein Großelternpaar mit dem Kleinkind im Wagen. Die Kleine war ein klasse Publikum und hätte ruhig noch länger bleiben dürfen. Die Großeltern waren auch stolz auf die Musikbegeisterung der Enkelin.

Dankbares Publikum in Günzburg

Ein älterer Herr, der hier eine Firma führt, hat sich länger mit mir unterhalten. Seine Tochter versucht, von Musik zu leben. Er ist jetzt seit 30 Jahren hier in Günzburg und findet langsam Zugang zu den Einheimischen. Außerdem hat er mir noch den gärtnerischen Tipp gegeben, die frisch ausgetriebenen Blütenstände mit Folie vor dem angekündigten Nachtfrost zu schützen. Letztes Jahr habe ich durch eine Frostnacht die ganze Ernte verloren. Wenn der Tipp nützt, kommt er mal vorbei, um unser Weingelee zu probieren.  😉

Am Nachmittag nach dem Markt waren in der Altstadt praktisch keine Leute mehr unterwegs. Ein einziger Mann hat sich für „Hijo de la luna“ begeistert und sich fast das ganze Stück lang Zeit genommen. Gleich darauf sind über dem West Tor neue Gewitterwolken aufgezogen. Tolle Stimmung. Habe meine Klamotten gerade rechtzeitig zusammen um trocken zu bleiben.

Wenn Straßenmusik in Günzburg überhaupt geht, dann am Wochenmarkt am Dienstagvormittag.

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Über 100canciones

Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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2 Antworten zu Günzburg, 15. Mai 2012

  1. stanzebla schreibt:

    Schwaben bemühen sich also die Vorurteile zu bestätigen?

  2. 100canciones schreibt:

    Eigentlich will ich den Schwaben nichts böses unterstellen. Schließlich bin ich auch ganz hoffnungsvoll hingefahren. Es gibt viele Faktoren, die eine solche Situation beeinflussen. Wie ich in Donauwörth gelern habe, kann es auch viel schlimmer kommen. Vielleicht muss ich für die Schwaben mein Schild anders beschriften: „Ich spiele nur zum Spaß und weil ich es mir leisten kann. Ich bin nicht auf euer Geld aus.“

    Ganz vergessen hatte ich einen Herrn, der mir heimlich einen Fünfer zusteckte, damit seine Nachbarn nichts von seiner Großzügigkeit merken. Der Schwabe an sich ist nicht geizig, glaubt aber, dass seine Nachbarn das von ihm erwarten.

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