Physiologie der Emotionen

Bei unserer Spazierwanderung fällt mir immer wieder auf, wie besonders angenehm der Ausblick auf eine sanfte offene Landschaft ist. Und wir haben auch mehrfach erlebt, welchen Schreck eine Schlange direkt vor den Füßen auslöst. Auch wenn es in Wirklichkeit eine harmlose Blindschleiche ist.

Wie kommt es, dass solche Reaktionen so unwillkürlich kommen? Am menschlichen  Bewusstsein und an der persönlichen Erfahrung liegt das wohl nicht. Das liegt wohl an unserer entwicklungsgeschichtlichen Vergangenheit. Die sanfte Landschaft bedeutet sicheres Terrain und vielleicht die Aussicht auf jagbares Wild. Der Grund für die Schlangen-Phobie ist offensichtlich, aber praktisch keiner hat persönliche negative Erfahrungen mit einer Schlange gesammelt.

Wenn die Wurzeln unserer Emotionen so früh in unserer Entwicklungsgeschichte

liegen, dann muss man doch annehmen, dass sie nicht auf den Menschen beschränkt sind. Unser Bewusstsein verleitet uns, geistige und seelische Erscheinungen in der Selbstwahrnehmung als typisch menschlich zu bewerten. Tatsächlich entzieht sich vieles davon in seiner wirkweise dem Bewusstsein. Vieles von dem, was wir seelisch nennen, gilt nicht nur für den Menschen sondern für weite Teile der Tierwelt. Gerade dadurch verbindet es uns mit der Natur.

Oft schon habe ich mir gewünscht, auch ein Computer hätte Emotionen. Dann könnte er gefahren wahrnehmen. Wenn ich mich sehr über das blöde Ding ärgern muss, könnte ich es aus dem Fenster halten, dann würde es schon merken, dass ich sauer bin. Vielleicht ist diese Entwicklung aber schon weiter, als man denkt, und wenn die Kiste mal wieder nicht auf mich reagiert, dann ist das ein Zeichen für aufkommenden Autismus.

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Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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3 Antworten zu Physiologie der Emotionen

  1. stanzebla schreibt:

    Wir sind einmal beim Spazierengehen einer Ringelnatter begegnet. Die ringelte sich zwischen den Beinen des Berner sennenhundes herum und der reagierte gar nicht. Ich fast einen Herzanfall. Die sind ja schon etwas größer aber total harmlos. Wahrscheinlich weil ich eine Frau bin, schreibe ich meinem Auto und meinem Computer so etwas ähnliches wie Gefühle zu. Eine Art Maschinenleben. Namen bekommen sie aber nicht. Wenn dich dein Computer ärgert hast du vielleicht „schlechtes Computerkarma“. ^^

    • 100canciones schreibt:

      Das klingt sehr weise. Meinst Du es hilft, den Computer anzulächeln, ihm gute Gedanken entgegenzubringen oder ihm manchmal zu verzeihen?

      • stanzebla schreibt:

        Verzeihen soll ja angeblich immer helfen. Aber ehrlich, ich glaub, wenn du ihm verzeihen willst, dann ist es schon zu spät. Es vorher nicht persönlich nehmen hilft wahrscheinlich besser. 🙂

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