Familienfeier und Latin Lovers

Am Wochenende war ich beim 75. Geburtstag einer Tante eingeladen. Sie hatte zu diesem Anlass Familie und Freunde um sich geschart.

Zwei Enkelinnen hatten eine Gesangseinlage mit Keyboard vorbereitet und mich um musikalisch-moralische und technische Unterstützung gebeten. Die beiden jungen Damen hätten das auch prima ohne mich hinbekommen. Aber mit Head Set und Verstärker kann man 60 Zuhörer besser erreichen.

Weil eine der Enkelinnen extra aus USA angereist war, wurde ich gebeten, bei der Feier eine Kostprobe meiner Kunst zu geben. An dieser Stelle muss ich klarstellen, dass öffentliche Musik bei mir ein junges Hobby ist und in meiner Familie noch nicht so bekannt. Mit dieser Bitte war meine andere Kunst gemeint: das schmutzige Geschäft der Feuer Jonglage (http://www.masters-of-desaster.de), das ich schon länger betreibe. Weil die Feier nicht bis abends dauern sollte, war nichts mit Feuer. Das wirkt nur bei Dunkelheit. Dafür habe ich meine Mantel Nummer aufgeführt, die auch bei Tageslicht was hermacht und von den Gästen noch keiner gesehen hat.

Gegen Ende der Feier konnte ich mich doch nicht mehr zurückhalten und musste noch ein paar Lieder singen. Das hat einen großen Teil der Familie doch überrascht. Direkt ergriffen war eine Cousine, die seit einigen Jahren in Mittelamerika lebt. Sie hat mir dann erklärt,  dass mein letztes Stück „Que nadie sepa mi sufrir“, das ich immer unter Valse eingeordnet hatte, eigentlich eine mexikanische Ranchera ist. Sie hat dann auch das Bild über südamerikamische Männer zurecht gerückt. So toll, wie mein Zuhörer aus Reichenhall es sieht, seien die in Wirklichkeit nicht. Sie würden als Latin Lovers einer Frau alles versprechen, aber gleich darauf eben auch der nächsten Frau. Und für ihre Fehler sähen sie sich nicht in der Verantwortung. Die Frauen dort seien sehr oft schwanger, was zeigt, dass die Männer mit dieser Masche Erfolg haben. Ein Glück, dass ich mich mit den Texten meiner Lieder nicht zu sehr identifiziere.

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Tango, Latin und Folk auf bayerischen Straßen und Plätzen. Wie kommt das und wo gehts hin?
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